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Aug
18

Finanzbranche und Vertrauen?

Experten wünschen sich den ehrbaren Kaufmann, reduzierte Komplexität, Qualifizierung und Qualität und einen „New Deal“
Finanzbranche und Vertrauen?

Im August befragt die Competence Site Experten der Finanzbranche: Wie gelingt es, wieder Vertrauen zu schaffen, jetzt, wo die Finanzbranche nach außen und innen an Vertrauensverlust leidet?

Alle Experten diagnostizierten Handlungsbedarf. Für Markus Güntner, Experte für Nachhaltige Geldanlagen bei der Swisscanto Asset Management AG, heißen die Lösungsansätze in erster Linie Transparenz und Offenheit. „Wenn die Finanzkrise etwas gelehrt hat, dann die Notwendigkeit verständlicher Finanzprodukte und eines ehrlichen Geschäftsgebarens. Banken dürfen nicht mehr durch hochriskante Geschäfte auffallen, um den Unternehmensprofit ins Unermessliche steigern zu wollen“, so Markus Güntner. Der Vertrauensgewinn könne nur über das Verhalten eines „ehrbaren Kaufmanns“ zurückgewonnen werden.

Ähnlich sieht dies Franco d’Angelico, Vorstand der Cube Finanz AG. Die Finanzbranche per se sei in ihrer Komplexität der Zusammenhänge und Wechselwirkungen nicht zu durchschauen. Daraus ergebe sich, dass, gemessen an den Lebenserfahrungen aus der realen Welt, viele Finanzprodukte und -geschäfte viel zu komplex, unübersichtlich oder gar unverständlich für Berater und Kunden seien – der erste Schritt sei nun, die Komplexität zu verringern. Als Berater könne man schon bei der Auswahl der Finanzprodukte einen Filter setzen, der, wie es d’Angelico praktiziere, z.B. nur Produkte zuließe, die ein nachvollziehbares Ertragsmodell in der Realwirtschaft nachweisen könnten. In der Finanzbranche nennen sich seiner Meinung nach zudem zu viele „Berater“, die jedoch als solche getrieben von ihren eigenen oder vorgegebenen Zielkonflikten das Vertrauen von Menschen missbrauchen und verspielen würden. Neben bewussten Zielkonflikten sei leider auch die unbewusste Inkompetenz vieler Berater eine Quelle für die Zerstörung von Vertrauen. Mit geeigneten Qualifikationsvoraussetzungen könne hier aber nachgebessert werden.

Dr. Helge Lach, Vorstand der Deutschen Vermögensberatung gibt Entwarnung bei Finanzberatern, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen. Sie brauchen sich seiner Meinung nach keine Sorgen zu machen. Im Gegenteil: Ihre Kunden würden wissen, was sie an ihnen haben, weiter Geschäfte mit ihnen machen und solche Berater mehr denn je an Verunsicherte weiter empfehlen.

Für sein eigenes Unternehmen setzt er mehr denn je darauf, die eigenen Qualitätsstandards zu gewährleisten und diese im Beratungsgespräch und in der Kommunikation nach außen deutlich zu machen. Zugleich kritisiert er Unternehmen, die millionenschwere Kampagnen fahren und so versuchten, ihr Fehlverhalten mit dem Mantel unglaubwürdiger Werbeversprechen zu verdecken. Sie sollten besser diese Mittel in Entschädigungszahlungen an Kunden investieren und gleichzeitig die internen Hausaufgaben schnellstmöglich erledigen.

Robert Halver, aus den Medien bekannter Aktien- und Börsenexperte der Baader Bank Aktiengesellschaft, sieht auch die Politik in der Pflicht. Die Politik in der Eurozone, aber mittlerweile auch in den USA, vermittle keine klaren Lösungsansätze. Es müsse doch einleuchtend sein, dass die einzig sich um Schulden drehende Diskussion und immer größere Rettungsschirme in der Eurozone keine nachhaltige Lösung der Schuldenprobleme liefere. Konsequenterweise fordert Robert Halver eine neue Perspektive, einen „New Deal“ wie unter Roosevelt in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein Unternehmer, der von der Politik keine klaren Rahmendaten vorgesetzt bekomme, investiere nicht und würde im Zweifel auch keine Arbeitsplätze aufbauen oder im schlimmsten Fall sogar welche abbauen. Befänden sich die Börsen in Unsicherheit, sei zudem Gerüchten Tür und Tor geöffnet. Das Schlimmste aber sei, dass mit dem Misstrauen an den Finanzmärkten und der allgemeinen schlechten Stimmung, die damit verbreitet würde, der Blick auf die fundamental robuste Situation der deutschen Volkswirtschaft getrübt würde. Die Scheuklappen müssten abgenommen werden. Das kann – so Robert Halver – aber nur die Politik leisten. „Also ran an die Arbeit“, so sein Schlussappell.

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